AN WELCHER HAND TRÄGT MAN DEN VERLOBUNGSRING? Tradition, Bedeutung & Bräuche im Überblick

Zuletzt aktualisiert: Mai 2026 | Lesedauer: ca. 9 Minuten

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An welcher Hand trägt man den Verlobungsring? Antwort, Tradition, Länderübersicht & Tipps für Verlobte – ehrlich erklärt.

An welcher Hand trägt man den Verlobungsring?

In Deutschland trägt man den Verlobungsring traditionell am Ringfinger der linken Hand. Das ist der vierte Finger, von außen gezählt, zwischen Mittel- und kleinem Finger. Dieselbe Tradition gilt in Österreich, den USA, Großbritannien, Frankreich, Norwegen, Russland und der Türkei. In Spanien, Italien, Portugal, Kroatien, Polen und der Schweiz wird der Verlobungsring hingegen rechts getragen. Nach der Hochzeit wechselt der Verlobungsring in Deutschland meist als Vorsteckring auf die rechte Hand zum Ehering, kann aber genauso gut weiterhin links getragen werden. Verbindliche Regeln gibt es nicht – die Hand ist eine Frage von Tradition, Kultur und persönlicher Vorliebe.

AUF EINEN BLICK

Quick Facts

Fakt Antwort
Welcher Finger? Ringfinger (4. Finger von außen)
Welche Hand in Deutschland? Traditionell links
Welche Hand in der Schweiz / Italien? Rechts
Welche Hand in den USA / UK? Links (wie Deutschland)
Nach der Hochzeit? Links bleiben, oder Vorsteckring rechts
Verbindliche Regel? Nein – persönliche Entscheidung
Ursprung der Tradition Antike Vorstellung der „Vena Amoris“
Erster Diamant-Verlobungsring 1477 von Maximilian I. von Habsburg

1. Warum überhaupt die linke Hand?

Diese Vorstellung geht auf eine wunderschöne, wenn auch anatomisch falsche Idee aus der Antike zurück: die Vena Amoris – die Liebesader. Die alten Römer, Griechen und Ägypter waren überzeugt, dass eine Vene direkt vom vierten Finger der linken Hand zum Herzen führt. Wer also einen Ring an diesem Finger trug, hatte eine sichtbare Verbindung zum Sitz der Liebe.

💡 Wichtig zu wissen: Die Vena Amoris ist medizinisch ein Mythos. Alle Finger sind über vergleichbare Blutgefäße mit dem Herzen verbunden. Die symbolische Kraft dieser 2.000 Jahre alten Idee hat sich aber bis heute gehalten – und das ist es, was zählt.

Interessant: Bei der Frage Verlobungsring vs. Ehering geht Deutschland einen ganz eigenen Weg. Während die meisten Länder beide Ringe an derselben Hand tragen (USA = beide links, Italien = beide rechts), trennen wir hierzulande sauber: Verlobung links, Ehe rechts. Diese Aufteilung gibt es so nur im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich) sowie in einigen osteuropäischen Ländern (Polen, Russland).

Der Grund dafür ist historisch: Die Germanen verorteten die Liebesader rechts, nicht links. Als sich diese Vorstellung im Mittelalter mit der christlichen Tradition vermischte, entstand das System, das wir heute kennen: Die rechte Hand wurde zur „Treuehand" der Ehe, die linke blieb die Hand des Versprechens.


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2. Die Geschichte: Maximilian, Maria und der erste Diamantring

Eine kleine Geschichte, die du beim nächsten Brautdinner perfekt erzählen kannst – sie verändert auf charmante Weise, wie du deinen Ring siehst:

Im Jahr 1477 verlobte sich Erzherzog Maximilian I. von Habsburg mit Maria von Burgund. Als Verlobungsgeschenk überreichte er ihr einen Ring mit kleinen, flachen Diamanten in Form eines „M" – des Anfangsbuchstabens ihres Namens. Das gilt als die erste dokumentierte Übergabe eines Diamant-Verlobungsrings in der westlichen Geschichte.

Ob diese Verlobung romantisch motiviert war? Ehrlich gesagt: eher nicht. Burgund war damals eines der reichsten Länder Europas, und die Heirat war ein machtpolitischer Schachzug für das Habsburger Reich. Aber: Aus der pragmatischen Allianz wurde tatsächlich eine große Liebesgeschichte. Und der Diamantring entwickelte sich vom adligen Statussymbol zum globalen Liebescode.

Drei Etappen, in denen der Verlobungsring zu dem wurde, was wir heute kennen:

  1. 9. Jahrhundert: Papst Nikolaus I. erwähnt erstmals einen Verlobungsring in einem Brief an Boris I. – damals ein Symbol für Eigentum, nicht Romantik.

  2. 1477: Maximilians Diamantring an Maria von Burgund markiert den Beginn der Diamant-Tradition unter Europas Adel.

  3. 1938–1947: Die Werbeagentur N.W. Ayer & Son schreibt für den Diamantenproduzenten De Beers den legendären Slogan „A Diamond is Forever" – ab da explodieren die Verkaufszahlen weltweit. Die heutige Erwartung „Verlobung = Diamantring" ist also zu großen Teilen ein Marketing-Erfolg des 20. Jahrhunderts.

Was bedeutet das für dich? Sehr wenig. Außer dass du wissen darfst: Dein Ring trägt 500 Jahre Geschichte – und gleichzeitig bist du frei, ihn so zu tragen, wie es sich für dich richtig anfühlt.

3. Ländervergleich: Wo trägt man den Verlobungsring wie?

Was du daraus mitnehmen kannst: Es gibt keine „falsche" Hand. Die Mehrheit der westlichen Länder trägt den Verlobungsring links. Aber im südlichen Europa und in der Schweiz ist rechts der Standard. Wenn du also häufig im Ausland bist oder international heiratest – kein Stress, alles ist richtig, was sich für dich richtig anfühlt.

4. Religion, Konfession & kulturelle Bedeutung

Spielt deine Konfession eine Rolle bei der Wahl der Hand? In der Praxis: kaum. Aber die Hintergründe sind spannend.

Katholische Tradition: Katholische Christen tragen ihren Verlobungsring traditionell an der linken Hand – passend zur antiken Vena-Amoris-Vorstellung. In Deutschland gilt das konfessionsübergreifend.

Evangelische Tradition: Auch evangelische Verlobte tragen den Ring in Deutschland links. Erst nach der Hochzeit wechselt der Ehering (nicht der Verlobungsring!) auf die rechte Hand – als symbolischer Bruch mit der katholischen linksgetragenen Eheringtradition.

Orthodoxe Tradition: Russisch- und griechisch-orthodoxe Verlobte tragen den Verlobungsring häufig direkt rechts – also auf derselben Seite, an der später auch der Ehering sitzt. Die rechte Hand gilt im orthodoxen Christentum als die „Hand des Segens".

Jüdische Tradition: Im jüdischen Kontext gibt es traditionell keinen Verlobungsring im westlichen Sinne – der Schwerpunkt liegt auf dem Trauring, der während der Zeremonie auf den Zeigefinger der rechten Hand gesteckt wird. Moderne jüdische Paare in Deutschland kombinieren diese Tradition heute oft mit dem westlichen Verlobungsring (links).

Islamische Tradition: Der Verlobungsring ist im klassischen Islam nicht zentral. Wenn ein Ring getragen wird, dann meist rechts (in der Türkei traditionell). Frauen wechseln nach der Hochzeit häufig auf die linke Hand. Männer tragen in vielen muslimischen Kulturen keinen Verlobungs- oder Ehering aus Gold, da Goldschmuck für Männer als problematisch gilt – beliebte Alternativen sind Silber oder Platin.

Spirituell-symbolisch: Im deutschsprachigen Raum existiert eine reizende kleine Symbolik: Die fünf Finger stehen für die wichtigsten Menschen in deinem Leben – Daumen = Eltern, Zeigefinger = Geschwister, Mittelfinger = du selbst, Ringfinger = Partner/in, kleiner Finger = Kinder. Wenn du beide Hände vor dir faltest und versuchst, Finger für Finger einzeln zu öffnen, geht nur ein Paar gar nicht auseinander: die Ringfinger. Ein schönes Bild dafür, warum genau dieser Finger gewählt wurde.


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5. Verlobungsring + Ehering: 4 Wege, beide zu tragen

Spätestens nach dem Ja-Wort stellst du dir die Frage: Was passiert mit meinem Verlobungsring jetzt? Hier sind die vier gängigsten Varianten, mit ehrlicher Einschätzung von mir:

Variante 1: Die deutsche Klassik – getrennte Hände

Verlobungsring links, Ehering rechts. Jede Hand bekommt ihr eigenes Schmuckstück, beide haben Raum, beide bedeuten etwas. Diese Variante ist in Deutschland die häufigste und auch meine persönliche Empfehlung, wenn deine beiden Ringe stilistisch nicht zueinander passen (z. B. ein üppiger Solitär neben einem schlichten Trauring, oder unterschiedliche Goldfarben).

Vorteil: Beide Ringe kommen voll zur Geltung, du musst keinen ablegen, keine Stilfrage. Nachteil: Ringe-Verteilung wirkt für Außenstehende manchmal weniger eindeutig als „Eheversprechen".

Variante 2: Der Vorsteckring (US-Style)

Beide Ringe an einer Hand am selben Finger. Der Verlobungsring wird beim Ringtausch kurz abgenommen und nach der Trauung vor den Ehering gesteckt – er „schützt" ihn also symbolisch. In den USA absoluter Standard, in Deutschland zunehmend beliebt.

Voraussetzung: Die Ringe müssen gestalterisch harmonieren. Am besten denkst du beim Kauf des Eherings schon an deinen Verlobungsring (gleiches Metall, gleiche Tragehöhe, ähnliche Linienführung). Insider-Tipp: Viele Juweliere bieten heute Eheringe an, die wie ein „Negativ" um den Verlobungsring herum gefertigt werden – beide sehen aus wie ein einzelner Ring.

Variante 3: Verlobungsring an der Kette

Der Ring wandert nach der Hochzeit auf eine zarte Goldkette und wird über dem Herzen getragen. Eine schöne Lösung, wenn:

  • du beruflich keine Ringe tragen darfst (Medizin, Pflege, Sport)

  • dein Verlobungsring stilistisch gar nicht zum Ehering passt

  • du generell nur ungern mehrere Ringe gleichzeitig trägst

  • der Stein groß und im Alltag störend ist

Ehrlicher Hinweis: Die Kette sollte aus dem gleichen Material sein wie der Ring – sonst wirkt's schnell unharmonisch.

Variante 4: Verlobungsring wird Ehering

Eine elegante, minimalistische Lösung, die früher in Deutschland weit verbreitet war. Der Verlobungsring wechselt am Hochzeitstag einfach von der linken auf die rechte Hand – und ist damit der Ehering. Diese Variante eignet sich besonders, wenn dein Verlobungsring schlicht ist (etwa eine Bandring-Form) oder du keinen zusätzlichen Ring tragen möchtest.

Wichtig: Der Bräutigam braucht in diesem Fall einen passenden eigenen Ring – idealerweise abgestimmt auf den deinen.


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6. Was passiert am Hochzeitstag mit dem Verlobungsring?

Eine Frage, die sich Bräute oft kurz vor der Trauung stellen – und an die viele erst denken, wenn es zu spät ist. Hier die Choreografie, die wirklich funktioniert:

Vor der Zeremonie: Nimm deinen Verlobungsring entweder ab und lass ihn zuhause oder in einer sicheren Schmuckschatulle. Oder trage ihn an der rechten Hand (Mittelfinger), bis der Ehering an seinem finalen Platz sitzt. Mein Tipp: Nicht in der Handtasche der Trauzeugin lassen – das geht zu oft schief.

Während der Trauung: Der Ringfinger der rechten Hand sollte komplett frei sein, damit der Ehering elegant aufgesteckt werden kann. Idealerweise hat dein Partner/deine Partnerin den Ring vorher schon einmal angesteckt und weiß, in welche Richtung er gleitet.

Direkt nach dem Ja-Wort: Du hast jetzt zwei Optionen:

  1. Verlobungsring zurück auf die linke Hand. Klassisch, sauber, sofort.

  2. Verlobungsring als Vorsteckring auf die rechte Hand, vor den Ehering. Achtung: Der Ehering muss zuerst sitzen, der Verlobungsring kommt davor.

Profi-Tipp für Hochzeitsfotos: Sage deiner Fotografin vorher Bescheid, ob du Detailbilder der Ringe wünschst – idealerweise auf beiden Händen. Auch ein Foto mit dem Verlobungsring in seiner Originalbox neben dem Ehering ist ein schönes Erinnerungsmotiv. Bräute denken meistens nicht daran, weil so viel los ist. Aber später vermisst man genau diese Bilder.


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7. Praktische Überlegungen: Beruf, Sport, Schwangerschaft

Hier kommt der Teil, über den die wenigsten Artikel sprechen – obwohl genau das im Alltag entscheidet, wie du den Ring wirklich trägst.

Berufe ohne Ringe

Pflegekräfte, Ärztinnen, Köchinnen, Mechanikerinnen, Sportlerinnen, Pädagoginnen im Kita-Bereich: In vielen Berufen sind Ringe aus Hygiene- oder Sicherheitsgründen tabu. Lösung:

  • Verlobungsring zuhause oder im Spind lassen

  • An einer feinen Kette unter der Berufskleidung tragen

  • Eine zweite, schlichte Ring-Variante (z. B. aus Silikon) für den Arbeitsalltag

Sport und Fitness

Beim Krafttraining, Tennis oder Kampfsport: Ring immer abnehmen. Selbst kleine Stöße können Steine beschädigen oder die Fassung lockern. Für Yoga, Pilates und leichten Sport reicht es meistens, ihn umzudrehen (Stein nach innen).

Schwangerschaft

Die Finger schwellen in der Schwangerschaft fast immer an – manchmal so stark, dass der Ring nicht mehr passt. Bitte nicht warten, bis er klemmt. Nimm ihn rechtzeitig ab, trage ihn an einer Kette oder wechsle auf einen Finger mit etwas mehr Spielraum. Nach der Schwangerschaft brauchen die Finger oft Wochen, bis sie wieder ihre alte Form haben.

Allergien

Nickel ist der häufigste Auslöser für Ring-Allergien. Achte schon beim Kauf auf:

  • 750er Gold oder höher (weniger Beimischungen)

  • Platin (hypoallergen)

  • Titan (sehr leicht, hypoallergen)

  • Palladium (silbergrau, hypoallergen)

Reisen und Sicherheit

Heißes Klima → geschwollene Finger. Bei Tropenreisen, langen Flügen oder Saunabesuchen kann der Ring rutschen oder klemmen. Mein Reise-Tipp: Trage ihn nicht beim Schwimmen im Meer (Salzwasser + Sand + lockerer Sitz = verloren) und auch nicht in Hotelpools, die du nicht überblickst.


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8. Männer und Verlobungsringe: moderne Trends

Lange Zeit war der Verlobungsring eine reine Frauensache. Das ändert sich gerade. Immer mehr Paare entscheiden sich dafür, dass auch der Mann nach dem Antrag einen Verlobungsring trägt – manchmal als Männerring (schlichter, oft ohne Stein), manchmal als gemeinsames Paar-Ring-Konzept.

Was du wissen solltest, wenn dein Partner mitmachen will:

  • Stilrichtung: Männer wählen meist schlichtere Designs – Bandringe in mattem Gold, Platin oder Titan, gerne mit kleinen, eingelassenen Steinen statt Solitärs.

  • Hand: Auch hier gilt für Männer in Deutschland: linke Hand, Ringfinger.

  • Kosten: Ein Männer-Verlobungsring kostet meist deutlich weniger als ein klassischer Diamantring – schon ab 300–500 € gibt es schöne Optionen.

  • Symbolik: Es geht nicht darum, dass „beide gleich sein müssen". Es geht darum, dass beide Partner dieselbe Geste machen – eine Verlobung ist ein gegenseitiges Versprechen.

Bei gleichgeschlechtlichen Paaren ist die Frage der Symmetrie noch interessanter: Hier entscheidet ihr komplett frei, ob ihr identische, harmonierende oder bewusst unterschiedliche Ringe wählt. Es gibt keine vorgegebene Tradition – ihr schreibt sie gerade selbst.


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9. Pflege, Sicherheit, Versicherung

Drei kurze Insider-Tipps, die dir tausend Euro sparen oder einen Albtraum verhindern können:

1. Versicherung

Ab einem Wert von 1.000 € solltest du deinen Verlobungsring in deiner Hausratversicherung explizit aufnehmen lassen. Manche Versicherer verlangen einen Schmucknachweis (Rechnung + Foto) und decken Verlust außer Haus nur bis zu einer bestimmten Summe ab. Nachfragen lohnt sich – die meisten gehen einfach davon aus, der Ring sei „mit drin", und das ist oft nicht der Fall.

2. Reinigung zuhause

Lauwarmes Wasser, milder Spülmittel-Tropfen, weiche Kinderzahnbürste – mehr braucht es nicht für die wöchentliche Reinigung. Niemals Ultraschallgeräte für gefasste Edelsteine ohne Rücksprache mit dem Juwelier. Smaragde, Opale und Perlen vertragen das nicht.

3. Jährlicher Juwelier-Check

Lass deinen Verlobungsring einmal pro Jahr beim Juwelier prüfen. Fassungen lockern sich mit der Zeit, und ein nachjustierter Krappen kostet 10 €. Ein verlorener Diamant kostet ungleich mehr.


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10. Ehrliche Meinung

Niemand außer dir und deinem Partner sieht euren Verlobungsring so oft, wie ihr selbst. Die deutsche Tradition sagt links – und ja, das ist eine schöne Vorgabe. Aber wenn du Linkshänderin bist und dir der Ring rechts mehr Freude macht, weil er besser geschützt ist, dann sei das so.

Tradition ist ein Vorschlag, kein Vertrag.

Was mir aber wirklich am Herzen liegt: Entscheide dich bewusst. Nicht aus Versehen rechts, weil dein Partner gerade aufgeregt war. Nicht aus Versehen links, weil du es so im Kopf hattest. Sprich vorher – und sei es nur kurz – mit deinem Partner darüber, was euch gefällt. Dieser kurze Moment macht die Geste rund.

Und der wichtigste Punkt: Lass deinen Ring nicht aus Angst vor Abnutzung in einer Schatulle verstauben. Er ist ein Symbol, das gesehen werden will. Trage ihn – bewusst, gerne und ohne Perfektionsdruck.


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11. FAQ

An welcher Hand trägt man den Verlobungsring in Deutschland?

In Deutschland wird der Verlobungsring traditionell am Ringfinger der linken Hand getragen. Der Ringfinger ist der vierte Finger, gezählt von außen, zwischen Mittel- und kleinem Finger.

Warum trägt man den Verlobungsring in Deutschland links, den Ehering aber rechts?

Diese Aufteilung ist historisch gewachsen. Die linke Hand galt seit der Antike als die dem Herzen näherliegende und wurde dem Verlobungsversprechen zugeordnet. Die rechte Hand wurde im deutschsprachigen Raum als „Treuehand" der Ehe etabliert – vermutlich durch germanische Tradition und die Reformation im 16. Jahrhundert.

Was ist die Vena Amoris?

Die Vena Amoris („Liebesader") ist eine antike Vorstellung, nach der eine Vene direkt vom Ringfinger der linken Hand zum Herzen führt. Anatomisch ist das nicht korrekt – alle Finger sind über vergleichbare Blutgefäße mit dem Herzen verbunden. Symbolisch hat sich diese Idee aber über 2.000 Jahre gehalten.

Wer hat den ersten Diamant-Verlobungsring überreicht?

Erzherzog Maximilian I. von Habsburg schenkte 1477 Maria von Burgund den ersten dokumentierten Diamant-Verlobungsring. Der Ring war mit kleinen Diamanten in Form eines „M" besetzt.

An welcher Hand trägt man den Verlobungsring nach der Hochzeit?

In Deutschland gibt es vier gängige Varianten: (1) Er bleibt am Ringfinger der linken Hand, während der Ehering rechts getragen wird. (2) Er wechselt als Vorsteckring zum Ehering an die rechte Hand. (3) Er wird an einer Halskette über dem Herzen getragen. (4) Er wird zum eigentlichen Ehering und wandert auf die rechte Hand.

Müssen Frauen den Verlobungsring nach der Hochzeit ablegen?

Nein. Es gibt keine Vorschrift, die das verlangt. Viele Bräute tragen ihren Verlobungsring nach der Hochzeit weiter – entweder allein, als Vorsteckring oder an einer Kette.

Wo trägt man den Verlobungsring in der Schweiz?

In der Schweiz wird der Verlobungsring traditionell am Ringfinger der rechten Hand getragen – wie in Italien, Spanien, Portugal und Kroatien. Nach der Hochzeit wechselt er häufig nicht.

Tragen Männer auch Verlobungsringe?

In Deutschland traditionell nicht, aber dieser Brauch ändert sich. Immer mehr Paare entscheiden sich heute für gemeinsame Verlobungsringe – auch der Mann trägt dann nach dem Antrag einen Ring, meist schlichter im Design und am Ringfinger der linken Hand.

Was ist ein Vorsteckring?

Ein Vorsteckring ist ein Ring, der direkt vor dem Ehering am selben Finger getragen wird. In Deutschland wird der Verlobungsring nach der Hochzeit oft zum Vorsteckring – er rückt also vom linken Ringfinger an die rechte Hand und sitzt dort vor dem Ehering.

Kann ich meinen Verlobungsring während des Hochzeitstags tragen?

Ja, aber idealerweise nicht am Ringfinger der rechten Hand – dort soll der Ehering elegant aufgesteckt werden. Nimm den Verlobungsring vor der Zeremonie ab oder trage ihn kurzzeitig am Mittelfinger der rechten Hand. Nach dem Ja-Wort kannst du ihn wieder normal anlegen.

Wie pflege ich meinen Verlobungsring richtig?

Wöchentlich mit lauwarmem Wasser, mildem Spülmittel und einer weichen Zahnbürste reinigen. Einmal jährlich beim Juwelier auf festen Sitz der Fassung prüfen lassen. Bei Sport, Garten- oder Putzarbeiten lieber abnehmen.

Sollte ich meinen Verlobungsring versichern?

Ab einem Wert von ca. 1.000 € lohnt es sich, den Ring explizit in der Hausratversicherung anzumelden. Viele Standardpolicen decken Schmuckverlust außer Haus nur begrenzt ab – ein kurzer Anruf bei der Versicherung schafft Klarheit.

An welcher Hand trägt man den Verlobungsring? In Deutschland: links, Ringfinger.

Das ist die Antwort, mit der du nicht falsch liegen kannst. Aber – Es ist auch nur eine von vielen richtigen Antworten. Welche Hand für dich die richtige ist, entscheidet eine Mischung aus Tradition, Bauchgefühl, Alltag und Stil. Lass dir von niemandem einreden, dass es nur einen Weg gibt.

Dein Verlobungsring ist ein Symbol, kein Pflichtenheft. Trage ihn so, wie er dich glücklich macht – das ist die einzige Regel, die wirklich zählt.


Annemarie Massorz

Über mich:

Ich schreibe jetzt seit über 10 Jahren – und das am liebsten über Dinge, die das Leben schöner machen. Bevor ich bei heyholistic gelandet bin, habe ich auf meiner bunten beruflichen Reise so ziemlich alles gesehen, was mit Menschen und Lifestyle zu tun hat: Von der Hotellerie und Reisebranche bis zur Hochzeitsplanung, bei der ich gelernt habe, worauf es ankommt, damit sich Menschen rundum wohlfühlen. Später stand ich im Kosmetik-Einzelhandel direkt an der Front und habe gelernt, welche Produkte wirklich halten, was sie versprechen.

Ob es um Beauty, Selfcare, Reisen, gute Gastronomie oder die Organisation besonderer Momente geht: Mein Wissen habe ich nicht nur aus Büchern, sondern aus dem echten Leben. Heute lebe ich in der Nähe von Köln, bin stolze Mama eines erwachsenen Sohnes und verbringe meine Zeit am liebsten mit Schreiben, Mode und dem Aufspüren neuer Trends.

https://www.linkedin.com/in/annemarie-massorz/
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